Buchführung: BMF-Schreiben zu den GoBD veröffentlicht

Das BMF hat das lange erwartete endgültige Schreiben zu den „Grundsätzen zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD)“ veröffentlicht (BMF, Schreiben v. 14.11.2014 – IV A 4 – S 0316/13/10003). Nach etwas mehr als 19 Jahren seit ihrer Einführung hat das BMF mit seinem lange erwarteten Schreiben die Grundsätze ordnungsmäßiger DV-gestützter Buchführungssysteme (GoBS) mit dem Schreiben vom 14.11.2014 durch die GoBD abgelöst, der griffigen Abkürzung für die „Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff“.

Inhaltlich beschäftigen sich die GoBD mit der Aufbewahrung von Unterlagen aufgrund steuerrechtlicher und außersteuerlicher Buchführungs- und Aufzeichnungspflichten, der Verantwortlichkeit für die Führung elektronischer Aufzeichnungen und Bücher, allgemeinen Anforderungen, wie die Grundsätze der Nachvollziehbarkeit, Nachprüfbarkeit, Wahrheit, Vollständigkeit, Richtigkeit, dem Belegwesen (Belegfunktion), der Aufzeichnung der Geschäftsvorfälle und dem internen Kontrollsystem (IKS), der Datensicherheit und der elektronischen Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen, dem Z1-/Z2- und Z3-Datenzugriff und der Verfahrensdokumentation zur Nachvollziehbarkeit und Nachprüfbarkeit sowie Fragen der Zertifizierung und Softwaretestaten.

Zu beachten ist die zeitliche Anwendungsregelung: Danach sind die GoBD-Regelungen für Veranlagungszeiträume anzuwenden, die nach dem 31.12.2014 beginnen. Das GoBS-Schreiben v. 7.11.1995, das GDPdU-Schreiben v. 16.7.2001 sowie die Fragen und Antworten zum Datenzugriffsrecht der Finanzverwaltung mit Stand von 2009 gelten nur noch für Veranlagungszeiträume bis 2014. Zukünftig beabsichtigt das BMF, das GoBD-Schreiben regelmäßig an den technischen Fortschritt, die Rechtsprechung und an auftretende Praxisprobleme anzupassen, so dass offene Fragen und Probleme zeitnah erörtert werden können. Das BMF fordert die Verbände und Kammern dazu auf, Praxisprobleme von allgemeiner Bedeutung dem BMF zu übermitteln.

Nach wie vor sind nicht alle Forderungen der Wirtschaft bzw. der Verbände von der Finanzverwaltung im jetzt veröffentlichten BMF-Schreiben berücksichtigt worden. Dies betrifft etwa eine eindeutige Definition des Begriffs „steuerrelevante Daten“. Gleiches gilt für die Streichung der Forderung der Finanzverwaltung, beim Einsatz eines Archivsystems die gleichen qualitativen und quantitativen Auswertungsmöglichkeiten wie im Produktivsystem zur Verfügung zu stellen. Es ist aber davon auszugehen, dass diese Punkte im Rahmen der vom BMF angestrebten zeitnahen Erörterung von offenen Fragen und Praxisproblemen erneut angesprochen werden. Des Weiteren bleibt abzuwarten, ob die herrschende Meinung die BMF-Sicht teilt, dass durch das neue GoBD-Schreiben „keine Änderung der materiellen Rechtslage bzw. der Verwaltungsauffassung“ eintritt und nur Aktualisierungen hinsichtlich der technischen Entwicklung vorgenommen wurden.

Quelle: NWB

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