Überarbeiteter Standardentwurf zur Umsatzrealisierung

Der gemeinsame überarbeitete Entwurf soll zu einheitlichen Grundsätzen der Umsatzvereinnahmung führen und ist grundsätzlich von sämtlichen Unternehmen branchenunabhängig immer dann anzuwenden, wenn vertragliche Vereinbarungen mit Kunden die Lieferung von Gütern oder die Erbringung von Dienstleistungen vorsehen. Sollte der überarbeitete Entwurf als finaler Standard verabschiedet werden, würde er die bisher geltenden Standards IAS 18 Erträge, IAS 11 Fertigungsaufträge sowie zugehörige Interpretationen ersetzen. In US GAAP würden die meisten Vorschriften zur Ertragserfassung in Topic 605 des FASB Accounting Standards Codification abgelöst.

Das Grundprinzip des überarbeiteten Entwurfs besteht, unverändert zum Entwurf von Juni 2010, darin, dass ein Unternehmen die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden dann erfasst, wenn der Übergang der Kontrolle an dem versprochenen Gut bzw. der versprochenen Dienstleistung auf den Kunden stattgefunden hat. Die Höhe der Umsatzerlöse bemisst sich nach der Gegenleistung, die das Unternehmen vom Kunden erhält oder erhalten wird.

Im Vergleich zu dem Entwurf vom Juni 2010, enthält der vorgelegte überarbeitete Entwurf folgende wesentliche Änderungen:

  • Einführung der Regeln für die Bestimmung wenn die Übertragung von einem Gut oder einer Dienstleistung über die Zeit erfolgt
  • Vereinfachung der Bilanzierung von Garantien
  • Vereinfachung der Regeln zur Bestimmung des Transaktionspreises
  • Beschränkung der Anwendung des ‚onerous test‘ auf Leistungsverpflichtungen, die vom Unternehmen über einen gewissen Zeitraum erbracht werden
  • Einführung einer praktischen „Notlösung“, die den Unternehmen erlaubt Kosten für die Vertagsanbahnung als Aufwand anzusetzen
  • Einführung einer praktischen „Notlösung“ für die verpflichtende rückwirkende Anwendung des neuen Standards
  • Spezifizierung der Anhangangaben für die Zwischenberichterstattung
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